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So argumentieren Tierrechtler
2. Dressur
2.1
Dressur ist unethisch
Sollte man Dressur nicht eher als kulturelle Leistung
betrachten? Immerhin steht an ihrem Ende die maximale
Intensivierung der Tier-Mensch-Beziehung. So hat die
britische Verhaltensforscherin Dr. Marthe
Kiley-Worthington, in einer nach ihr benannten und von
Tierschützern finanzierten Untersuchung festgestellt,
dass das enge Zusammenleben von Mensch und Tier im Circus
erhaltenswert ist, weil beide Teile unter Beachtung
bestimmter Regeln daraus Gewinne ziehen.
2.2
Dressur beruht immer auf Zwang
Dazu erneut Verhaltensforscher Thomas Althaus:
Die moderne Tierdressur ist nicht brutale Härte,
nicht ungebührlicher Zwang und hat nichts mit dem
gewaltsamen Brechen von Widerständen zu tun. Nein, sie
ist ein an Behutsamkeit und Einfühlungsvermögen kaum zu
überbietender Lehr- und Lernprozess, mit dem Resultat,
dass bei den vierbeinigen Zöglingen anfängliche
Unsicherheit und Hemmungen allmählich abgebaut werden
und durch innere Sicherheit und vollstes Vertrauen in die
Umgebung, den Partner und die Leistung ersetzt
werden. Und so beschreibt Gerd Simoneit-Barum die
ersten Schritte der Dressur: Zunächst muss man mit
Geduld und Einfühlungsvermögen dem Jungtier die
Unsicherheit nehmen. Erst dann kann mit der eigentlichen
Dressur beginnen. Die Tricks entstehen schließlich aus
den Anlagen und natürlichen Eigenschaften der
Tiere.
2.3
Dressur ohne Gewalt ist nicht möglich
Dazu der erfahrene Tierlehrer Charles Knie: Mit
Schlägen kann man nur wenig erreichen. Ein
verängstigtes Tier arbeitet ohne Freude und wird immer
weniger erreichen als ein ausgeglichenes. Mit Angst ist
ein Tier kaum aufnahme- und lernfähig. Außerdem
ist zu beachten, dass durch Grausamkeiten ängstlich oder
unberechenbar gemachte Tiere, dem im Zirkus notwendigen
Zusammenleben auf engstem Raum nicht zuträglich sind,
also über kurz oder lang für die Menschen gefährlich
werden würden.
2.4 Die
meisten Kunststücke sind unnatürlich
Zunächst ist zu sagen, dass heutzutage fast
alle Dressuren auf Elementen des natürlichen
Verhaltens aufbauen. So baut der Trick des durch
einen Reifen springende Tiger auf dem
natürlichen Beutesprung auf. Und das Steigen der
Pferde basiert auf dem Imponierverhalten
innerhalb der Herde. Und mag auch mancher Trick
etwas unnatürlich anmuten, ist es letztlich so
wie der Verhaltensforscher Immanuel Birmelin
schreibt: Wildtiere verfügen genau wie
Menschen über ein enormes Anpassungspotential.
Auch wenn im Circus gezeigte Fähigkeiten unter
den üblichen Bedingungen der Wildnis nicht
abgefordert werden zur Natur der
Raubkatzen gehören sie alle mal. |
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2.5 Bedingungen in der Manege (Musik,
Licht, Zuschauer) überfordern die Tiere
Hier gilt ähnliches wie beim Transport, wenn die
Tiere von klein auf behutsam an die ungewohnte Umgebung
herangeführt werden, gewöhnen sie sich daran und zeigen
deswegen bei der Arbeit in der Manege keinerlei Anzeichen
von Streß.
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