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So argumentieren
Tierrechtler
1. Tierhaltung
1.1 Gehege
sind zu klein
Stimmt einfach nicht, wenn man sich die
großzügigen Auslaufgehege anschaut. Überdies
wusste aber schon der bekannte Schweizer
Verhaltensforscher Heini Hediger: Nicht das
Ausmaß der Bodenfläche und die Gestaltung des
Raumes, sondern die Harmonie in der
Mensch-Tier-Beziehung sind im Circus entscheidend
für das Wohlbefinden der Tiere. Außerdem
sollte man bedenken, dass der Käfig den
Lebensraum ohne Frage begrenzt, er ist aber auch
Rückzugsort und gibt den Tieren Sicherheit. |
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1.2
Tiere vegetieren in Langeweile vor sich hin
Hier ist die Arbeit in der Manege vor. So sind sich die
Verhaltensforscher Thomas Althaus und Heini Hediger
einig: Die biologisch ausgerichtete Tierdressur
gestaltet das Dasein von Tieren in menschlicher Obhut
abwechslungsreicher. Es wird psychisch und physisch
gefordert. Oder anders ausgedrückt: Artgerechte
Haltung bedeutet nicht Nachahmung der natürlichen
Bedingungen, sondern Ersatz dieser. So ersetzt für
Raubkatzen die Dressur und die Arbeit in der Manege ihre
Anstrengungen beim Beutefang.
1.3 Tiere
haben zu wenig Auslauf
Auch hier ist anzumerken, dass diese
Behauptung so pauschal nicht aufrechtzuerhalten
ist, man denke nur an die großzügigen
Freigehege, die fast alle Circusunternehmen ihren
vierbeinigen Stars zur Verfügung stellen. Dr.
Dirk Neumann vom Tierpark Kalletal merkt
außerdem zum Laufbedürfnis von Raubkatzen an,
dass es gar nicht so stark vorhanden ist, wie man
es sich vorstellt. Ohne Anreiz neigten zahme
Raubtiere sogar zur Bequemlichkeit, da das Laufen
für sie nur Mittel zum Zweck der
Futterbeschaffung sei. So hängt die Größe
eines natürlichen Reviers hängt immer von der
Verteilung der Ressourcen (Nahrung und Zugang zu
Geschlechtspartenern) ab, weswegen Tiere, die
alles haben, was sie brauchen, auch kein
Bedürfnis nach einem wahnsinnig riesigen Revier
haben. Das "künstliche" Revier muss
also nur Bewegungsmöglichkeit, Sonne, frische
Luft und Anregung bieten. |
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1.4
Ständiges Umherreisen stresst die Tiere
Circustiere sind von klein auf an den Transport
gewöhnt und zeigen deshalb beim Verladen keine Anzeichen
von Stress. Und die häufigen Standortwechsel bereichern
sogar das Dasein der Tiere, sind sie doch so immer wieder
neuen Umweltreizen ausgesetzt, weiß Verhaltensforscher
Dr. Thomas Althaus.
1.5
Wildtiere sind nicht für den Umgang mit Menschen
geeignet
Freilich ist es schwierig in der Wildnis
geborene Tiere an den Menschen zu gewöhnen. Neuzugänge
von Wildtieren in den Circus stammen heute aber
ausnahmslos aus Zuchten unter menschlicher Obhut.
Diese Tiere hatten also in ihrer
Prägephase Gelegenheit, von Geburt an mit dem
Menschen vertraut zu werden. Der Mensch gehört
also ganz selbstverständlich zu ihrer Umwelt.
Überdies gilt es vielen Verhaltensforscher als
wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis, dass
eine enge Bindung zwischen Mensch und Tier sogar
förderlich für die psychische Gesundheit der
Tiere ist. |
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1.6
Oft fehlt es an Geld für Ernährung, Heizung und
Tierarzt
Da gibt es auch unter Circusfreunden gar keine
Diskussionen: Wer kein Geld für die adäquate
Unterbringung und Verpflegung seiner Vierbeiner
aufbringen kann, muss auf das Halten von Tieren
verzichten.
1.7
Circustieren sehnen sich nach der freien Wildbahn
Mal davon abgesehen, dass wissenschaftlich noch immer
nicht abgesichert ist, ob Tiere überhaupt in diesen
Dimensionen denken können, ist sich Verhaltensforscher
Althaus sicher: Tiere trauern ihrem natürlichen
Lebensraum nicht nach. Vielmehr sind sie seit Geburt an
die Nähe der Menschen gewöhnt, sind also zahm geworden,
haben ihn als Pfleger, Futterbringer und freundlichen
Kumpan kennen gelernt und ein Vertrauensverhältnis zu
ihm aufgebaut. Überdies ist die Wildnis für viele
Tiere nicht annähernd so romantisch wie unsere
Vorstellung davon: der knallharte Kampf ums Überleben
steht im Vordergrund.
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